El Cuyo - Geheimtipp in Yucatan

Aktualisiert: 24. Sept. 2020

Das verborgene Paradies


Das Fischerdorf El Cuyo als Paradies zu bezeichnen mag sogar eine Untertreibung sein. Für mich ist es einer der schönsten und friedlichsten Orte, die ich je besucht habe. Wunderschöne, endlose, weiße Sandstrände und die Weiten eines türkis-blauen Meeres direkt vor der Türe. Hier wird einem das Gefühl von Nostalgie, Ruhe und Idylle vermittelt.

An diesem Ort kann man ein Höchstmaß an Entspannung erreichen, ganz im Einklang mit der atemberaubenden Natur, die einen umgibt. Wenige Menschen und Besucher Mexikos kennen dieses zauberhafte Örtchen, und genau deshalb ist es definitiv einen Besuch wert.

 

Was macht El Cuyo so besonders?


Schon bei der Ankunft fühlt man sich von einer karibischen Dorfatmosphäre umhüllt. Die Strände und das Dorf sind voller Kokospalmen, einige Häuser sind aus Holz und bereits über als 40 Jahre alt.

Viele Häuser und Gebäude sind bunt gestrichen oder mit wunderschönen Wandmalereien verziert. 

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In El Cuyo werdet ihr weder große Hotels, noch riesige  Supermärkte finden - Massentourismus ist hier noch ein Fremdwort. Es gibt jede Menge kleine "Tante-Emma-Lädchen" in denen man alle Produkte des Grundbedarfs und auch ein kühles Bierchen bekommt.

Es gibt viele kleine, familiär geführte Restaurants, in denen man köstliche Gerichte, mit dem klassischen Touch der Halbinsel Yucatan genießen kann. Fisch und Meeresfrüchte sind das Hauptelement, fangfrisch und noch dazu günstig.

Ganz wichtig zu erwähnen ist die Freundlichkeit und zuvorkommende Art der Dorfbewohner. Es wird gegrüßt, gelächelt und jeder ist allzeit hilfsbereit.


Bei unserem Besuch im Januar 2020 haben wir uns in diesen Ort verliebt. Sowohl meine Eltern, als auch mein Freund Andres und unsere Hündin Neyla waren begeistert. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre ich auch gar nicht mehr weg.

Stellt es euch vor: Ihr steht morgens auf und bereitet euch einen Kaffee oder Tee zu und setzt euch dann auf eure Terrasse, in den Stuhl oder ganz entspannt in eine Hängematte. Während ihr langsam wach werdet genießt ihr den Blick entlang der Palmen, über den Strand, mit direktem Blick aufs Meer. Viel perfekter kann ich mir einen Morgen im Urlaub kaum vorstellen, ganz zu schweigen von den Menschen, die das Glück haben so zu leben.

Das Leben in El Cuyo ist noch vollkommen entschleunigt und vermittelt einfach Ruhe und Entspannung. So etwas heutzutage noch zu finden ist leider gar nicht so leicht und darum lege ich euch diesen Ort ans Herz, speziell wenn ihr individuell unterwegs seid.

 

Das Fischerdorf El Cuyo

El Cuyo ist eine kleine Küstensiedlung im Bundesstaat Yucatan und hat etwa 1850 Einwohner. Die Mehrheit der Bewohner ist der Fischerei gewidmet und versucht nach wie vor die Authentizität des Ortes zu bewahren. 

Das Dorf liegt innerhalb des Biosphärenreservats Ria Lagartos, nicht zu verwechseln mit dem Ort Rio Lagartos, der etwa 40 km westlich (Luftlinie) von El Cuyo liegt. Der Lage innerhalb des Nationalparks ist es zu verdanken, dass man eine breit gefächerte Vielfalt von Flora und Fauna vorfinden kann.

In der Vergangenheit war der dortige Hafen ein Umschlagplatz für Rohholz, doch aufgrund des Rückgangs in der Nachfrage haben sich die Einheimischen im Laufe der Zeit auf die Fisch-Fischerei und den Öko-Tourismus spezialisiert.  

 

Übernachtung in El Cuyo

Eine wichtige Einnahmequelle im touristischen Bereich ist die Vermietung von Ferienwohnungen oder Gästehäusern, da die wenigsten Gäste nur einen Tagesausflug hierher unternehmen.

Viele Übernachtungsmöglichkeiten liegen direkt am Strand, mit Meerblick und sind keine 30 m vom Wasser entfernt. So kann man früh morgens an einem nahezu leeren Strand einen Spaziergang machen und Frühaufsteher können dabei den Sonnenaufgang genießen.

Je nach Größe und Ausstattung variieren auch die Preise. Unser Häuschen mit direkter Strandlage hatte 2 Schlafzimmer, 2 Badezimmer (1 davon im Haus, 1 davon im Außenbereich), eine etwas spärlich ausgestattete Küche und ein Wohn- und Essbereich. Das Highlight für uns waren die Sitzgelegenheiten auf der Terrasse, mit Hängematten zum Relaxen und Genießen einer Meeresbrise. Ganz ehrlich, da spielt das Innere des Hauses wirklich keine Rolle mehr.  

(Wir haben über Airbnb gebucht, das war völlig unkompliziert und lief reibungslos bei der Übergabe).

Solltet ihr Wert auf eine Klimaanlage legen, dann prüft das bei der Reservierung vorab genau, denn dieses Ausstattungsmerkmal ist keine Selbstverständlichkeit.

 

Anreise nach El Cuyo

Das Dorf El Cuyo liegt im Norden der Yucatan Halbinsel, zwischen Las Coloradas und Holbox.

Mit dem Auto sind es etwa 2,5 Stunden fahrtzeit (164 km) von Cancun aus und ca. 3,5 Stunden (262 km) ab Merida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan.

Ab Playa del Carmen haben wir mit dem Auto knapp 2,5 Stunden (146 km) gebraucht.

Aber schon alleine die Anfahrt ist die Reise wert. Man bekommt ganz tolle Ausblicke auf eine wunderschöne, idyllische Landschaft, mit kleinen Maya-Dörfern und Ranchos.

Landkarte Yucatan

Man kann El Cuyo auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, hierfür muss man allerdings etwas mehr Zeit einplanen, da man je nach Abfahrtsort 1-2 Mal umsteigen muss. Details zu Anreise per Bus und Van findet ihr hier.


Grundsätzlich kann man El Cuyo auch nur als Tagesausflug besuchen, ich persönlich empfehle aber mindestens eine Übernachtung, um den Ort wirklich zu "spüren".

 

Aktivitäten in El Cuyo

Um ehrlich zu sein, wirklich viel gibt es in so einem kleinen Ort nicht zu tun, aber das heißt nicht dass es langweilig ist.

Vereinzelt gibt es die Möglichkeit sich ein Golfauto oder Fahrräder auszuleihen, wenn man sich die ganz Ortschaft ansehen will und speziell die schönen Wandmalereien fotografieren möchte. Mit dem Golfauto sind 2 oder höchstens 3 Stunden völlig ausreichend.

Vor Ort gibt es auch einen Anbieter, der Touren nach Rio Lagartos mit dem Quad anbietet.

Man kann sich tagsüber Paddelboards ausleihen, Kitesurf-Unterrricht nehmen oder einfach nur schwimmen bzw. baden. Auch interessant anzusehen ist der Fischerhafen, hier kann man gegen Abend die Fischer beobachten, wenn sie mit dem Boot zurückkommen.

Abends sollte man sich unbedingt den Sonnenuntergang ansehen, am besten zu sehen am Ende des Fischerhafens, oder alternativ vom Pier aus. Zum Fischerhafen zu laufen ist etwas weit, besser mit dem Auto oder Fahrrad, das Pier könnt ihr mit einem schönen Spaziergang am Strand erreichen.

Ihr werdet die magische und teils sogar etwas kitschige Atmosphäre spüren, wir waren völlig verzaubert.:-)


 

Restaurants in El Cuyo

Die meisten Restaurants oder Kücheneinrichtungen sind eher schlicht gehalten, aber mit einer netten Atmosphäre und mexikanischem Ambiente. Kleine Holztische, ein bisschen Dekoration und oftmals einfache Palapas (Hüttchen mit Palmendächern).

Man findet das komplette Angebot für jeden Geschmack, von Meeresfrüchten, über yukatekische Küche, bis hin zu frischen Steinofen-Pizzas.


Hier ein paar Restaurants, die wir selbst probiert haben:

La Conchita

Dieses Restaurant ist relativ schlicht, aber wunderschön und uns hat vor allem die Vielfältigkeit der Gerichte überrascht. Sei es nun Frühstück, Mittag- oder Abendessen, oder einfach nur für ein paar Drinks oder Cocktails, "la Conchita" ist uneingeschränkt weiterzuempfehlen und auch top im Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir waren am ersten Tag zum späten Mittagessen hier. Die Kellner waren aufmerksam und freundlich und das Essen war super lecker, deshalb haben wir am nächsten Tag hier gefrühstückt und wurden nicht enttäuscht.


La Casa Palma

Dieses italienisch-argentinische Restaurant öffnet erst abends ab 18:00 Uhr.

Wir waren sehr überrascht über die angebotenen Pizzen. Wer in der Casa Palma eine einfache Standard-Pizza erwartet, ist hier falsch, denn hier werden ganz andere Pizza-Kreationen angeboten. Die Auswahl ist nicht allzu groß, aber ausreichend und super lecker. mit frischen Zutaten. Die Portionen waren riesig, eine Pizza für 2 reicht vollkommen. Wir hatten zu viert 4 Pizzen und haben insgesamt fast zwei komplett einpacken lassen, um sie am nächsten Tag zum Frühstück zu essen. Das Ambiente dort war auch sehr schön und familiär. Wir würden definitiv wieder hier essen.

(kleiner Hinweis: es gibt hier keinen Alkohol)

 

Tipps für den Aufenthalt

Solltet ihr mit dem Mietwagen unterwegs sein, dann empfiehlt es sich mit einem vollgetankten Auto nach El Cuyo zu fahren. An sich gibt es dort eine Tankstelle, als wir aber dort waren, war sie außer Betrieb. Je nachdem aus welcher Richtung ihr kommt solltet ihr in Tizimin, Kantunilkin oder Colonia Yucatan nochmal auftanken, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Kartenzahlung und Geldautomaten sind in El Cuyo auch eher ein Glückstreffer, da dies auch nicht immer funktioniert. Am besten nehmt ihr ausreichend Bargeld (am besten Pesos) für Restaurants und eventuelle Aktivitäten mit. Gut sind auch kleinere Scheine (20,50,100 MXN), da sonst vor Ort oftmals das nötige Wechselgeld fehlt.

El Cuyo verfügt über eine Funkverbindung und die meisten Hotels haben W-Lan. Für die Anreise und für Notfälle würde ich mir ggf. im Vorfeld eine Prepaid-Karte fürs Handy besorgen.

 
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Fazit

Ich kann euch diesen Ort wirklich wärmstens empfehlen, wenn ihr etwas abseits der Touristenpfade unterwegs sein möchtet. Wir waren ganz sicher auch nicht das letzte Mal dort und ich freue mich jetzt schon wieder zurückzukommen.

Für weitere Fragen oder Tipps zu El Cuyo könnt ihr mich jederzeit gerne anschreiben:-)


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